Kreis redet mit Bootsfahrern

25.08.2016

Landkreis Osterholz. In Sachen der geplanten Hamme-Fahrverbote gibt es weitere Gespräche zwischen dem Landkreis Osterholz und den Vertretern der Hamme-Vereine sowie der Wassersportverbände. Für Anfang September haben Umweltdezernent Dominik Vinbruck und sein Amtsleiter Johannes Kleine-Büning einen kleinen Kreis von Abgesandten ins Kreishaus eingeladen.

 

Momentan arbeitet die Verwaltung rund 360 Einwendungen, darunter das Bürgerbegehren gegen die Fahrverbote, in die Regelungen für das Naturschutzgebiet mit ein. Noch liege den Wassersportvertretern keine neuer Entwurf vor, so Michael Brassat, Vorsitzender des Landesverbands Motorbootsport Bremen. Die Bremer LMB-Mitglieder würde das geplante Fahrverbot ab Tietjens Hütte besonders treffen.

Nach Brassats Einschätzung wird sich bis zur politischen Abstimmung im Oktober am grundsätzlichen Fahrverbot kaum noch etwas ändern lassen: „Ich erwarte eher einen Kompromiss in der Altersregelung und eine Aufhebung der Längenbeschränkung für die Boote“, sagte Brassat nach den ersten Vorgesprächen. Jetzt werde jeder der betroffenen Vereine und Verbände einen Vertreter zum Gespräch ins Kreishaus schicken.

In der Altersregelung wollte der Landkreis ältere Bootsbesitzer von den Einschränkungen ausnehmen. Die Längenbegrenzung sollte nur Schiffe bis zehn Meter Länge auf dem Fluss erlauben. Brassat: „Beide Seiten werden noch einmal ihre Argumente vortragen, und dann schauen wir mal.“

Unterstützung bekommen die Wassersportler von Hamme und Weser derweil aus Bremerhaven. Die Schiffergilde Bremerhaven will Anfang Oktober zu einer Solidaritätstour aufbrechen. Organisator Rainer Krampitz: „Wir werden mit unserem Helgoländer Börteboot bis Neu-Helgoland vor Worpswede fahren, um dem Landkreis einmal die alten Verbindungen zu verdeutlichen, die es durch die Wasserstraßen immer gegeben hat.“ Die Schiffergilde fühle sich grundsätzlich für die Pflege maritimen Kulturguts zuständig und für den Erhalt der Wasserstraßen als für den Menschen erlebbaren Naturraum. Krampitz wohnt selbst direkt an der Hamme und meint, dass man Naturschutz dort so organisieren könne, dass er die Menschen auf Booten einbezieht.

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© Bärbel Renken